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Erstmals wird die Wissenschaft vom Verbrechen in Theorie und Praxis, von ihren Anfaengen um 1880 bis in gegenwaertige Entwicklungen hinein untersucht.Am Ende des 19. Jahrhunderts hatte der Glaube an die Erklaerbarkeit der Welt durch die Naturwissenschaften auch das Feld der Kriminalitaet erobert: Psychiater, Juristen und Strafrechtspraktiker sahen es als erwiesen an, Straftaeter aufgrund ihres Erbguts unterscheiden zu koennen. Dem sozialen Milieu eines Straftaeters kam aus Sicht der Kriminalwissenschaftler haeufig nur eine tatausloesende Funktion zu. Doch erst in der NS-Diktatur wurde die Forderung nach Unschaedlichmachung von unverbesserlichen Gewohnheitsverbrechern ins Werk gesetzt. Das Ziel der Resozialisierung verschwand hingegen aus der Kriminalpolitik. Erst seit Ende der fuenfziger Jahre des 20. Jahrhunderts begann sich das kriminologische Denken grundlegend zu wandeln. Mit Kriminalbiologie teilweise eng verbundene nationalsozialistische Ansaetze wurden zurueckgewiesen und tradierte kriminalwissenschaftliche Deutungen kritisiert. Auf der Suche nach Alternativen beriefen sich Kriminalwissenschaftler zunehmend auf soziologische und psychoanalytische Erklaerungsmodelle. Der Weg war frei, Kriminalität als ein gesellschaftlich-normatives Phaenomen zu interpretieren. «
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